Fußballfans sind doch alles nur Assis!

Wer kennt sie nicht die pöbelnden, randalierenden und besoffenen Fans der Fußballclubs. Zünden bengalische Feuer in den Fanblocks. Schmeißen Gegenstände auf den Platz bzw. versuchen damit die “gegnerischen” Spieler zu verletzen und überhaupt geht es doch nur darum nach dem Spiel jeden der nicht Anhänger des eigenen Vereins ist eins auf die Fresse zu hauen!

Mmmh…. Ist das wirklich so? Man kann ja auch genauso gut sagen, jeder der Techno hört nimmt Ecstasy und jeder der HipHoper und Rocker ist ein Kiffer. Völliger Unsinn solche Pauschalisierungen.

Nun aber noch kurz dazu, weshalb ich als Nichtanhänger eines Vereins solch einen Artikel schreibe. @Mario_Koblenz schreibt in seinem Blog regelmäßig über “seinen Verein”. Er bat mich mal aus Sicht eines Nicht-Fans zu schildern wie diese auf Außenstehende -also in dem Fall mich- wirken. Dies möchte ich also hiermit tun und klarstellen, dass ich die oben genannte Sicht überhaupt gar nicht teilen kann.

Mit Sicherheit: Schwarze Schafe gibt es überall. Unter Anhängern einer Musikrichtung, unter Fußballfans unter Polizisten, ganz einfach unter uns Menschen…

Ich selbst habe früher mal Fußball gespielt und sofern es meine Zeit zuließe und der Verein die Trainings nicht allzu professionell betreiben würde, würde ich auch gerne wieder kicken. Transferangebote gerne per Mail.
Ja und ich war auch Fußballfan vom BVB Borussia Dortmund. Ich hatte selbst das Glück einige Spiele live im Stadion mitzuerleben. Unter anderem das Champions League Spiel Dortmund Bayern (in Dortmund) wo Kahn erstmalig? die ganzen Bananen über bekommen hat. Deshalb kann ich verstehen, weshalb richtige Fans “Ihrem Verein” hinterher reisen und nahezu jedes Spiel live im Stadion miterleben wollen. Schaut euch nur mal das Video von Mario an, wo der FC neulich in Frankfurt gewonnen hat.

Gänsehaut sag ich da nur. Und das ist wohl eher die Normalität. Mit Sicherheit gibt es noch krassere Gänsehautmomente in den Stadien.

Natürlich ist es nervig, wenn man mit dem Zug oder dem Bus irgendwohin unterwegs ist und eigentlich seine Ruhe haben möchte und das ganze Abteil voller besoffener, grölender Fans ist. Jau das würde mich auch nerven. Wenn mich das aber wirklich extrem stört, dann fahre ich halt einen Zug später oder wechsele das Abteil.
Hier stören aber nicht nur die Fußballfans. In den Sonderzügen nach Bonn wenn die jährliche Rheinkultur veranstaltet wird sieht man ein ähnliches Bild. Oder in den Bussen voller Punks, Rocker und anderen Menschen die einfach nur feiern wollen und die arme Omi fast erdrücken und dazu zwingen das Hörgerät leiser zu drehen.

Toleranz und Respekt heißt das Zauberwort. Die Masse müsste etwas Respekt gegenüber den anderen Fahrgästen haben und diese sollten wiederum toleranter gegenüber der grölende Masse sein und alle sind glücklich.

Die Hooligans tangieren mich nur peripher. Sollen die sich doch untereinander die Köppe einschlagen. Schlimm ist es nur, wenn dadurch auch “unschuldige / vernünftige” Menschen verletzt werden.

Um aber noch mal auf den Gänsehaut-Effekt zu kommen. Diese Gruppendynamik, das Gemeinschaftsgefühl der Fans, die Leidenschaft für eine gemeinsame Sache ist glaube ich das, warum man ins Stadion fährt.

Auch hier vergleiche ich wieder mit der Musik. Wenn man einmal bei einem großen Konzert oder Event wie Rock am Ring dabei war und solche Momente erlebt hat, möchte man am liebsten regelmäßig dorthin.

Die WM 2006 im eigenen Land hat doch gezeigt wie so etwas geht. PublicViewing an jeder Ecke. Kilometerlange Autokorsos nach den Spielen.  Fahnenmeere. Ich gehöre auch dazu. Jeder hat sich von dieser riesigen Feiergemeinschaft anstecken lassen. Da waren wir alle Fußballfans. Da waren wir alle Assis!

Eins müsst Ihr mir nur noch erklären: Warum redet Ihr immer von “meinem Verein”?

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2 Responses to "Fußballfans sind doch alles nur Assis!"

  • Mario says:
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